danke f√ľr die Einladung in die von Knallgrau organisierte WG zur Fussball-Weltmeisterschaft in Berlin Im Auftrag einer Firma, deren Produkte mitunter fett machen und die momentan droht, ein paar tausend Leute in Deutschland zu feuern: Coca Cola. Es ist wirklich nett, mich so direkt √ľber Kommentar einzuladen, ohne den Umweg √ľber Euer Bewerbungsverfahren, mit dem Ihr andere Blogger eingeladen habt:

Noch mehr w√ľrd ich mich freuen, wenn wir dich dazu bewegen k√∂nnten uns in Berlin zu besuchen damit du dir auch wirklich ein Bild machen kannst um deine Meinung best√§tigt zu sehen.

Ich habe ja schon gesagt, dass ich da nicht kommen werde. Zu meiner Ablehnung gegen√ľber Coca Cola und dem Gef√ľhl, dass mein Geblogge mehr, viel mehr wert ist als ein paar Tage in einer PR-Klitsche im Marzahner Vorort Berlin a.d.Spree, kommt aber auch noch eine andere Sache, die ich erst jetzt ganz blicke.

Es ist n√§mlich so, dass es in dieser WG zwei Arten Menschen gibt. Salopp gesagt, die Bevorzugten und die Gearschten. Ich w√§re mit dieser direkten Einladung an den Regularien vorbei ein Bevorzugter. Und ich vermute, ich w√§re ich da nicht der einzige. Ich gehe mal davon aus, dass auch andere Besucher ohne die Bewerbung √ľber die Website ausgesucht wurden. Wir, die Bevorzugten, k√∂nnten also mehr oder weniger tun, was uns behagt.

Die anderen, die, die sich normal beworben haben und ausgew√§hlt wurden, die halte ich f√ľr die Gearschten. Nehmen wir zum Beispiel nur mal den Umgang mit den pers√∂nlichen Daten dieser Personen √ľber √ľber ihre Interaktion auf der Projekt-Website:

ii. Business Purposes. We may also use your Personal Information for internal business purposes, such as analyzing and managing our businesses. The Personal Information you provide through the Site may be combined with other information you provide to The Coca-Cola Company (via online or offline means), with demographic information and other information that is publicly available, or with other information about you that The Coca-Cola Company may otherwise obtain online or offline.

Sowas als “Privacy Policy” zu bezeichnen, ist allein schon eine Frechheit. Wer auf diesem Blog irgendwas tut, tritt seine Privacy so ziemlich vollumf√§nglich an den Brausehersteller und seine Drittanbieter und Helfer ab. Allein daf√ľr habt Ihr Euch meines Erachtens einen Big Brother Award verdient. Nur ist das noch gar nichts gegen die AGBs aka Terms, denen sich Bewerber unterwerfen m√ľssen. Ob die das gelesen haben?

Applicants have to:
* Authorize the organizer to use their name, image and likeness as well as all submitted blogging-material for advertising purposes both internal and external through all and any media worldwide;

Und das meine ich mit gearscht. Pers√∂nlichkeitsrechte, Publikationsrechte, alles bei Coca Cola. Weltweit. In jeder Hinsicht. Immer. Die k√∂nnen jeden Besucher f√ľr jede beliebige Kampagne einspannen. Wie macht Ihr das? Ist da so ein netter Typ, der happy Bildchen schiesst, wo bitte alle sch√∂n l√§cheln und gar nicht mitbekommen, dass sie gerade auf dem Weg an die Plakate sind? So richtig von Blogger zu Blogger, bis man alle hat: “Ui, schau doch mal, Knips, hihi”. L√§uft das mehr auf die sanfte Tour, wenn Ihr jemandes Gesicht auf immer ins Coke-Portfolio nagelt, ganz gleich ob dem das passt oder nicht, oder l√§uft es auf die harte Tour: Antreten zum Ablichten! MARSCH MARSCH! Berlin hat bei sowas ja eine gewisse Tradition, die Ihr konsequent, als Etiquette aufgeh√ľbscht, fortschreibt:

Visitors to the flat have to behave in an appropriate manner and respect all and any directive from the personnel.

Any Directive? Hm… da kommt man vielleicht fast in Versuchung, mal jemanden von der Dachterasse springen zu lassen, wenn der sich nicht marktgerecht benimmt. So k√∂nnte man die Besatzung der WG dauerhaft optimieren. Und das bringt dann sicher Quote und Aufschlagaufstreetcredibility. Ba k√∂nnte man vielleicht auch das Publikum einbinden: Wer soll denn jetzt von der Dachterasse h√ľpfen?

Spass beiseite, Dieter: Eure “Once-in-a-lifetime-Experience” hatten in Ostberlin schon ziemlich viele Leute bis 1989. Kontrolle, √úberwachung, Entrechtung, das ist es, was das Kleingedruckte hinter Euren lustigen Angeboten verspricht. Jeder muss selbst wissen, ob er sowas mit sich machen lassen will, in diesem dank AGBs m√∂glichen Brause-PR-Werbe-Gulag. Ich komme allein wegen dieses Postings daf√ľr nicht in Frage, zumal Ihr ja auch verlangt:

No slanderous, libelous, discriminatory, aggressive or other inappropriate behavior of any kind will be tolerated.

Wobei, wenn wir von unangemessenen Vehalten sprechen, Coca Cola angesichts dieser AGBs als allererste rausfliegen m√ľssen, meiner Meinung nach. Ooops, ich habe auch diesmal vorher weder bei Lyssa noch bei Dir angerufen, um zu fragen, wie die andere Seite das sieht. Na ja. So ist das nun mal.

Servus nach Wien!

(Riesenschnörkel) Don Alphonso Porcamadonna