Laut Heise findet der Pressesprecher von StudiVZ die hier aus dem StudiVZ-Sumpf gezerrte, 700 Glieder starke BelÀstigergruppe nicht weiter schlimm:

“Auf jedem Uni-Campus ist es normal, dass sich Studentinnen ĂŒber Studenten und Studenten ĂŒber Studentinnen unterhalten. So auch bei StudivVZ.”

Nun, hĂ€tte ich eine Tochter, wĂŒrde ich ihr bei einer Uni mit 700 MĂ€nnlein starken Hardcoregruschlertruppe eine Sprache beibringen, die Dinge wie Tritt in die Eier, Elektroschocker und Nicht lang fragen, sofort tun umfassen wĂŒrde. Nun haben sich besagte Freaks hier zu Wort gemeldet und zwar in etwa so, als hĂ€tte ich diese Tochter gehabt und sie wiederum meine RatschlĂ€ge an ihnen exekutiert: Die armen Hascherl fĂŒhlen sich missverstanden, sie sind hier Opfer einer Kampagne, es war alles nur Spass, oh je. In den weiteren Kommentaren und hier erhalten sie Antworten, doch gĂ€nzlich arm und zitternd ob des Kommenden sitzen sie in ihrem kleinen Stalkerforum bei StudiVZ und trauen sich nicht, die eigentlichen Fragen zu stellen, die sie so umtreiben. Den Kindern kann geholfen werden!

naja, öffentlich ist studiVZ ja wohl insgesamt, oder nicht? edit: ich habe meine privacy-einstellungen jetzt erst mal auf maximal gesetzt, bis das alles geklĂ€rt ist”
Nummer Eins, wie Du siehst: Öffentlichkeit ist immer eine Frage der Definition und der Mittel, das ist genauso wie der Datenschutz. Wenn man nicht aufpasst, schwups, ist man im Netz. Dass Du Dein Profil verbirgst, finde ich putzig. Echt jetzt. Vielleicht ahnst du gerade ein klein wenig, wie das ist, wenn man nicht weiss, wer da draussen einem auflauern kann. Helfen tut sowas nicht unbedingt, denn heute haben sicher schon ein paar Leute vorher geschaut, wer da so dabei ist. Sicher auch bei dir. So ist das, jenseits der anonymen Masse. Kurz: Die Einsicht kommt etwas spĂ€t.

wenn wir alle zusammenlegen, können wir ja die besseren anwÀlte kaufen ;)
Nummer zwei: Nun, wenn Ihr individuell Scheisse gebaut habt, hilft zusammenlegen gar nichts, dann seid Ihr individuell am Dransten. Ihr könnt zwar alle die gleichen besseren AnwĂ€lte nehmen, aber dafĂŒr musst Du schon ein paar Jahre KnĂ€ckebrotdiĂ€t machen. Leute wie meine kleine Schwester beispielsweise sind sehr sehr teuer.

Ich hab nichts zu verbergen. Jesus Heil!
Nummer drei: Deine Gleichstellungsbeauftragte wird das möglicherweise anders sehen. Die an Deiner Uni kennt sich ziemlich gut mit Internet aus, hört man. Ziemlich hart, die Frau. Kein Scheiss jetzt. Und wenn sie mich fragt, kriegt sie vielleicht auch den Screenshot.

WofĂŒr AnwĂ€lte kaufen? Bei 742 Mitgliedern gibts bestimmt n fĂ€higes Anwaltsteam was man aus denen zusammenstellen kann :)
Nummer vier: Aber nur, wenn da auch ein paar alte geile SĂ€cke mit Fakeprofilen dabei sind. Wenn die Jurastudenten in dieser Gruppe dagegen auch nur halbwegs intelligent sind, haben sie sich schon lĂ€ngst vertschĂŒsst. Ausserdem hilft Dir so ein Studi gar nicht weiter – solltest Du zufĂ€lligerweise mal eine Gruppe von 700 “Sexisten” oder BelĂ€stigern mitorganisiert haben und dann einen Staatsanwalt treffen, ist es immer gut darauf zu achten, dass der eigene Rechtsbeistand zwei Staatsexamen besser als 5 Punkte hat. Kannste totzdem in der Gruppe mal fragen, wenn StudiVZ schon horizontales Gewerbe anzieht, sind vielleicht auch ein paar alte Spanner dabei.

Sind die BeitrĂ€ge vom StudiVZ gelöscht worden oder vom GrĂŒnder?
Nummer fĂŒnf: Das waren die GrĂŒnder. Und sie haben sich – und Euch – damit echt ein paar Probleme bereitet. Sieht ein wenig so aus, als hĂ€tte man Angst und was zu verbergen, hm? Wenn alles so harmlos war, dann wĂ€re das nicht nötig gewesen. Und ĂŒberflĂŒssig zumal, denn wenn der Ärger kommt, dann gibt es irgendwo auch Platten, auf denen man dass Zeug findet. Könnte auch sein, dass ich noch etwas mehr habe. Muss mal schaun. Wie war doch gleich nochmal Dein Name? Ah ja. Mhm. Wer das nicht will, muss halt aufpassen, um eine bekannte Argumentation von Datenschutzblödfindern aufzugreifen.

Zumal ich mir wirklich nicht im Klaren darĂŒber bin, welcher Rechtsbruch denn bestehen soll. Das Recht am eigenen Bild wurde nicht verletzt (schliesslich erklĂ€rt sich jeder Photo-Hochladende bei der Prozedur mit einer Veröffentlichung im Internet bereit)
Nummer sechs: Es gibt den netten Spruch “Unwissenheit schĂŒtzt vor Strafe nicht”, oder, um es mit meiner kleinen Schwester zu sagen “Dumm sein ist teuer”. Glaubst du wirklich, dass jemand seine Bilder hochstellt, damit ein paar unvermittelbare Primaten ihre sabbernden Kommentare dazu schreiben, ihren Wohnort auszuforschen und darĂŒber diskutieren, wie man die Frau jetzt am lustigsten vergrault? Steht so, glaube ich, nicht in den AGB. Aber vielleicht fragste mal einen, der sich damit auskennt. Und wenn Du glaubst, dass sich jeder zur Veröffentlichung bereit erklĂ€rt, nun, soll ich vielleicht Dein Gesicht und Deine Galerien hier auch mal posten, zum Gaudium der Leute und zur erbaulichen Information Deiner zukĂŒnftigen Kolleginnen? Was denkst Du?

Und alle: Ist schon blöd, wenn man plötzlich nicht mehr der JĂ€ger ist und heimlich ĂŒber die Profile anderer streifen kann, um sich dann toll zu finden, gell?