Nun ist es also l├Ąnger down, das System des hier skandalgesch├╝ttelten Startups StudiVZ. Aus dem Bonker dem Hauptquarrrtierrr in Berrrlin – bis Dienstags. Neues von der Softwarrrefrrront:

Wir haben aus der schlechten Kommunikationspolitik gelernt. Wir lassen euch jetzt teilhaben. wir teilen euch termine mit an die wir glauben. wenn diese nicht eingehalten werden k├Ânnen geben wir euch ein update. ist ehrlich, aber vielleicht dann ein wenig verwirrend.

Supi! Dann will ich mal nicht so sein und hier einen Vorschlag f├╝r die erste Seite machen.

Liebe StudiVZ-Nutzer,

wir m├╝ssen Euch leider ein paar bedauerliche Mitteilungen machen. Wir m├Âchten uns genz herzlich jetzt schon mal f├╝r all das entschuldigen, was zu unserer momentan schwierigen Lage gef├╝hrt hat.

- Im Gegensatz zu dem, was wir behauptet haben, ist unser System definitiv nicht sicher gewesen. In den letzten Monaten sind bei der Programmierung enorme Vers├Ąumnisse entstanden, sie sich jetzt r├Ąchen. Das haben wir lange komplett falsch eingesch├Ątzt, und deshalb entschuldigen wir uns auch bei den Mitgliedern und Bloggern, die uns darauf hingewiesen haben – es war unser entscheidender Fehler, das nicht zur Kenntnis genommen zu haben.

- Die Folgen sind ernst, aber nicht hoffnungslos. Konkret sieht es so aus, dass das alte System mit ein paar Clicks und wenigen Zeilen Code schnell abgegrast werden konnte, und auch der Schutz privater Daten mangelhaft war. Wir wissen von einigen Angriffen, aber wir gehen davon aus, dass wir sie bislang abwehren konnten. Wir versuchen, die davon betroffenen Nutzer schnellstm├Âglich zu informieren und werden Sorge tragen, so etwas in Zukunft auszuschliessen, soweit es bei einem offenen System m├Âglich ist.

- In den letzten Tagen gab es auch Attacken, die tief in unser System eindringen konnten. Deshalb mussten wir es jetzt abschalten, und es wird nicht wieder online gehen, bis es nach menschlichem Ermessen sicher ist. Der Spass kostet uns 150.000 Euro, unsere Investoren sind im Blutrausch und Ihr seid stunksauer, ja wir haben Scheisse gebaut, es ist alles verst├Ąndlich, aber wir wissen jetzt, dass wir Euch gegen├╝ber eine Verantwortung haben, und die werden wir wahrnehmen, egal, was es kostet.

- Ausserdem (hier bitte weitere Privacy-GAUs einf├╝gen – und zwar ehrlich)

Es ist unser Problem, es ist unsere Schuld, und deshalb ist es jetzt unser Job, das Ding zum laufen zu bringen. Wenn Ihr Euch abmelden wollt, schickt uns einfach eine mail an jawirhabenesverdient@studivz.net. Wenn Ihr Eure Wut loswerden wollt, kommentiert unten – wir lassen es offen, weil uns Eure Meinung, egal wie negativ, wichtig ist.

So, wir legen los – sch├Âne Gr├╝sse

Euer StudiVZ-Team

So w├╝rde ich das anraten wollen. Wenn sie dann noch ganz, ganz, ganz ehrlich sein w├╝rden, w├╝rden sie noch Folgendes dazuschreiben.

P.S.: Wir haben mitbekommen, dass sich manche inzwischen bei facebook eintragen. Offen gesagt – ist das nicht so doll. Weil, es ist n├Ąmlich so: Wir reden gerade mit facebook ├╝ber einen Verkauf. Die Facebooker waren letzte Woche hier in Berlin bei uns, was nat├╝rlich nur ein ganz kleiner Kreis weiss – also nicht weitersagen, vor allem nicht dem Don “Gnadenlos” Alphonso, der w├╝rde das sofort bloggen. Jedenfalls, denen wollen wir die Firma und damit Eure Daten verkaufen, das einzige Asset ausser billigen B├╝rom├Âbeln und einer miesen Software. Und wenn Ihr Euch selbst da anmeldet – was sollen wir dann noch verkaufen? Eben. Also bitte, macht was Ihr wollt – aber keinen Exodus zu facebook. Die sind in Sachen Datenverwertung wirklich verdammt ├╝bel. Sagt sogar der Don Alphonso.

Aber wie gesagt, Ehrlichkeit und Betriebsgeheimnisse schliessen sich manchmal eben aus – es sei denn, man hat an einer Elite-Uni studiert und weiss noch immer nicht, dass man besser manchmal den Mund halten sollte.