Nachdem es die Runde macht: Angesichts des Umstandes, dass von professionell bloggender Seite meine Pers├Ânlichkeits- und Urheberrechte verletzt wurden und nach einigen ignorierten Fingerzeigen, die mich dazu veranlasst haben, es so zu tun, wie man es in der Welt der Person hinter Don Alphonso professionell macht – nach all dem ist es vielleicht ganz gut, den ganzen neuen, kommerziellen “Probloggern” zu sagen, wo der Hammer h├Ąngt. Ich erspare ihnen erst mal einen Exkurs ├╝ber mein eigenes Unbehagen bei Abmahnungen und stelle ein paar Regeln auf, deren Beachtung ich ihnen dringend ans Herz legen will.

1. Wenn Du Problogger bist, sei professionell. Und vermische nicht Deine schreiberische Arbeit mit pers├Ânlichen und privaten Dingen.

2. Wenn Du meinst, dass beides gleichzeitig geht, denk an den Spruch “Don┬┤t fuck in the Company”. Das Netz ist gross, und dennoch sitzen wir hier alle viel zu nah aufeinander.

3. Wenn Du denkst, dass er trotzdem geht: Soziale Beziehungen, egal ob positiv oder negativ, sind grunds├Ątzlich anders als wirtschaftliche Beziehungen. Und in aller Regel zieht das Scheitern der einen Seite die andere zwangsl├Ąufug mit runter. Also lass die Finger davon.

4. Wenn Du aber meinst, dass Du kommerziell bloggen und die private Seite in Konflikt wie Zuneigung durch Mittelsm├Ąnner und Handlanger erledigen kannst: Pass gut auf Deine Informationspolitik auf. Hier draussen weiss immer irgendwer irgendwas ├╝ber deine Beziehungen, im Zweifelfall h├Ąlt keiner die Klappe, und Du bekommst den Ruf eines Vorschickers, Strippenziehers und Anstifters. Gerade in der kleinen Welt der kommerziellen Blogger.

5. Wenn Dir das egal ist und Deine Freunde meinen, dass man Themen auch klein halten kann, denk an Google und die Trilliarden Deppen, die das auch ├╝ber Dotcomtod, Spreeblick, Jens Scholz, Rebellen ohne Markt und diese kleine Veranstaltung hier gesagt haben.

6. Wenn das immer nich nicht hilft, halte Dich wenigstens bei Konflikten etwas zur├╝ck. Wenn sich zwei Leute privat als A****l├Âcher bezeichnen, ist das privat. Wenn Du jemanden als A****loch bezeichnest und es auf einer Website stattfindet, mit der Du Geld verdienst, k├Ânnte es n├Ąmlich sein, dass der andere auf die Idee kommt, das wirklich krumm zu nehmen. Der Theorie, dass man rumholzen und dennoch damit Geld verdienen kann, hat das Pers├Ânlichkeitsrecht Grenzen gesetzt, die die meisten “Pros” durch ihre typischerweise raue Blogvergangenheit nicht kennen.

7. Wenn Du als Profi von einem Amateur oder einem anderen Profi oder einer Firma etwas willst, frag nach. Wenn der es Dir nicht gibt, weil ihm Dein Probloggertum nicht gef├Ąllt, nimm es hin. Und versuche es nicht mit der Brechstange, oder von oben herab. Du bist nichts Besseres, Du nimmst nur Geld f├╝r etwas, das andere verschenken.

8. OK. Du hast es mit der Brechstange versucht, Du hast die Klappe zu weit aufgerissen, und Du bist auf die Schnauze gefallen. Jetzt gibt es juristischen Stress oder einige Verwicklungen, die man hier im Kaff gern als “Sautreiben” bezeichnet. Dann tu was f├╝r dein erwartetes Geld, versuche die Wogen zu gl├Ątten und heul hier keinem die Ohren voll von einer Solidarit├Ąt, die in Deinem Businessplan selbst nicht vorkommt. Beim Geld h├Ârt die Freundschaft und die Solidarit├Ąt auf.

9. Das D├╝mmste, was Du jetzt machen kannst, ist das nicht unpopul├Ąre Ausschn├╝ffeln der anderen Seite. Weil hier bei uns jeder labert und jeder verf├Ąlscht, wie er es gerade braucht, bekommst Du bestenfalls Bl├Âdsinn zu h├Âren. Und schlimmstenfalls einen Prozess, dass es kracht. Mit dem Rumstochern in der Privatsph├Ąre malst Du Dir als Profi das Fadenkreuz auf den R├╝cken.

10. Du willst Geld und wenig ├ärger. Dann mach Geld. Keiner hier hat ein Problem damit. Bleib Deinen alten Aussagen treu, finde einen guten Weg, spiel Dich nicht als Heilsbringer auf und trenne den ganzen beruflichen Scheiss konsequent von Deinem privaten Blogleben. Du wirst f├╝r die Kunden so oder so verdammt viel ├ťbles fressen m├╝ssen, Dein Hobby wird einer verfickte Tretm├╝hle, konzentrier Dich darauf, zieh Deine Freunde nicht mit rein und mach keine Nebenkriegsschaupl├Ątze auf – denn Du lebst von einem Ruf, der schnell den Bach runter gehen kann, dorthin, wo Johurnaille und PRostitution schon l├Ąnger sind.

Man k├Ânnte das jetzt als Absage an Profiblogs als “social Media” sehen – so weit w├╝rde ich nicht gehen. Aber ich glaube, dass Profiblogs wegeh ihrer kommerziellen Zielsetzung tats├Ąchlich auf Grenzen achten m├╝ssen, die ansonsten keine oder nur geringere Rollen spielen. Ich bin aber heilfroh, dass diese neue Grenzfindung nicht mein Problem ist, mir w├Ąre das definitiv zu stressig, und ich w├╝rde mir nicht bei jedem Satz ├╝berlegen wollen, ob ich das jetzt f├╝r meine Leser oder das Geld schreibe. Ich kann das im Journalismus sehr genau einsch├Ątzen, und im Blog. Aber das Zwischending wird meines Erachtens ein Monstrum, das ich nicht betreiben m├Âchte.

Vielleicht noch eine pers├Ânliche Bemerkung aus der Sicht eines Bloggers, der Abmahnungen benutzt hat: Das ├ťble an den Dingern ist, dass sie ebenso mies wie effektiv sind. Die Verlockung, das Mittel zu nutzen, ist enorm, wenn man die Wirkung kennt. In meinem Fall haben alle vorhergehenden Warnungen nichts gebracht, und wenn ich gegen offensichtliche Rufsch├Ądigung nichts tue, dauert es nicht lang, und die L├╝ge wird, eben weil sie Bestand hat, f├╝r wahr gehalten. Und einem kommerziellen Medium, das mich verleumdet, werde ich selbstverst├Ąndlich nichts schenken, sondern die Forderungen f├╝r die unrechtm├Ąssig angeeigneten Bildrechte pr├Ąsentieren. Bei einem Nichtprofi h├Ątte ich mich auch sicher anders entschieden und einen anderen Weg gesucht. Aber ein Profi wird f├╝r seine T├Ątigkeit bezahlt, und wenn er sein Geld auf meine Kosten verdient, gibt es konsequent die Rechnung. Das ist die Kehrseite des Profitums und meine zentrale neue Regel, die sich aus den obigen 10 Regeln und einem Haufen schlechter Erfahrungen mit Leuten ableitet, die dem Gegensatz zwischen Beruf und Privat nicht auf die Reihe bekommen haben.