Die Blogbar ist sicher kein Medium, das StudiVZ unkritisch bejubelt, aber hier und heute muss ich offen gestehen: Die Leute haben ein grandioses Talent, sich in die Medien zu bringen. Und auch ohne V├Âlkischen Beobachter und Stalkergruppen.

Der M├╝nsteraner Student Peter Grosskopf betreibt zusammen mit einem Freund f├╝r die Studienanf├Ąnger in M├╝nster eine Plattform namens “ErstiVZ”. Kein grosses Gesch├Ąft, sondern einfach nur eine lokale Orientierungsseite, die Neulingen helfen soll. Ausser ein wenig Google-Ads ist von einer Gewinnerzielungsabsicht nichts, null, nada zu sehen. Im Vergleich mit StudiVZ und seinen mehreren Millionen Mehroderweniger Mitgliedern ist ErstiVZ winzigst.

Und inzwischen abgeschaltet. Weil Peter Grosskopf wegen des Namens ErstiVZ von StudiVZ abgemahnt wurde. StudiVZ hat den Markennamen StudiVZ eintragen lassen und beruft sich nun offensichtlich auf die M├Âglichkeit der T├Ąuschung der Nutzer. Die k├Ânnten glauben, ErstiVZ h├Ątte was mit StudiVZ zu tun. Dass sowas ausgerechnet von StudiVZ kommt, die sich sehr detailgetreu von Facebook haben “inspirieren” lassen, entbehrt nicht einer tieferen Ironie.

Grosskopf und seinem Freund drohen durch die Abmahnung nach eigenen Aussagen jetzt Kosten von ca. 2000 Euro. Was ziemlich viel ist, f├╝r Studenten und ein kleines Projekt. Und zwei Buchstaben. Weniger vermutlich f├╝r einen Mediengiganten wie Holtzbrinck, bei dem ich davon ausgehe, dass seine mutigen Journalisten auch diesmal zu-f├Ąl-lig ├╝ber etwas anderes zu berichten haben werden als ├╝ber die Leistungen der Konzerntochter StudiVZ, nicht wahr, die Herrschaften von der ZEIT und vom Tagesspiegel? Aber die anderen k├Ânnten ja mal ├╝berlegen, ob das nicht eine nette Story w├Ąre.