Ich habe keinen Anwalt. Brauch ich nicht. Anw├Ąlte gibt┼Żs in meiner Familie mehr als genug. Unter anderem eine Anw├Ąltin, bei der in der Regel ein Schreiben reicht, dass die andere Seite Angst bekommt. Das Schreiben kommt in der Regel mit einer hohen Rechnung und ein paar formalen Dingen begleitet, die klarstellen w├╝rden, wer das ist – wenn der Briefkopf das nicht sagen w├╝rde.

Trotzdem gibt es immer wieder welche, die es probieren. Die Woche sind es zwei, unter anderem ein von einem w├╝tenden Kunden vorgeschickter Anwalt, der wahrscheinlich weiss, dass er mit seinem Schrieb kaum durchkommen wird, und es deshalb extra-bedrohlich gemacht hat: Einschreiben mit R├╝ckschein, und innen drin die Behauptung, man d├╝rfe etwas Negatives ├╝ber seine Mandantin nicht schreiben, auch wenn es wahr w├Ąre, weil damit in das Unternehmenspers├Ânlichkeitsrecht eingegriffen werde. Na toll. Das w├Ąre dann das Ende jeder Kritik an jedem Unternehmen. Ein tolles Rechtsverst├Ąndnis, das da mir – dem in seinem Augen angstschlotternden Deppen – unterbreitet wird. Auch nach ├╝ber drei Jahren Dotcomtod gibt es immer noch Leute, die mich ├╝berraschen. Zumal uns und ihm klar ist, dass seine Seite es kaum wagen wird, eidesstattliche Erkl├Ąrungen abzugeben, um eine einstweilige Verf├╝gung zu erwirken.

However, wer sowas nicht kennt, kriegt wahrscheinlich erst mal Angst. Und man kann sich schon fragen, ob man das Ganze nicht besser dadurch beendet, dass man ins Nicht-EU-Ausland zieht. Was allen Begehrlichkeiten ein Ende bereiten w├╝rde. Erinnert sei hier nur an http://blogmuell.blogspot.com, der, wenn seine Identit├Ąt nicht auffliegt, weit weg von jeder Verfolgung agieren kann. Wenn ich nicht meinen Clan h├Ątte, dessen Core Asset es ist, noch eine Runde fieser mit den Gesetzen umzugehen als die anderen, ich w├╝rde es wahrscheinlich genauso machen.

Trotzdem: Vielleicht sollte man mal einen Online-Pool zum Thema Bloggen und Recht machen. Nicht hier in Deutschland nat├╝rlich, wo das gleich wieder unerlaubte Rechtsberatung w├Ąre. Ins Buch mussten extra 2 Disclaimer rein, um das Recht-Kapitel unangreifbar zu machen. So weit sind wir hier inzwischen – Literatur wird wegen sowas versaut.