Bei den Firmenkäufen in der New Economy gab es ein fast schon idealtypisch verlaufendes Problem: Das sogenannte Post Merger Syndrom. Es ist mehr als nur eine Ironie, dass die Zickigkeiten der zusammengeführten Unternehmen mit der gleichen Abkürzung belegt werden wie die Prämenstruation: PMS. Die Belegschaft neigt zu Panikhandlungen, unkontrollierbarer Verschwendungssucht, lässt es nochmal richtig krachen, verfällt dann wieder in Unsicherheiten und Depression, bis hin zur Agonie.

Schaut man sich jetzt die Entwicklung der Neuanmeldungen der gemergeden Projekte myblog.de und 20six an, könnte man fast denken, die Blogger haben ebenfalls PMS: Von der “rette-sich-wer-kann-ran-an-die-MyBlogs”-Stimmung ist nichts mehr übrig, die Anmeldungszahlen bei Myblog rauschen in den Keller. Aber auch 20six hat deutliche Einbussen zu verkraften. Eigentlich ein klassisches Kundenverhalten nach Mergern: Man ist sich nicht sicher, wo die Reise hingeht, die Kommunikationspolitik von beiden Projekten ist extrem dürftig, also zieht man auch andere Dindte in Betracht. Blogger.de verteilt wieder Blogs, twoday wird werbefrei und macht das Antville-Update, Blogg.de läuft wieder stabil. Gut möglich also, dass der grosse Schub bei myblog.de mittelfristig zum Problem wird, wenn es weiterhin bei den Unsicherheiten – mangelhafte Kommunikation, Serverabstürze wie heute – bleibt.

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