T-Online bietet auf der Basis von Six Aparts Hostingangebot Typepad Blogs an. Das sieht nach der ├╝blichen Partner-L├Âsung von T-Online aus – Entwicklungen ├╝bernehmen und selbst kassieren. Soweit alles klar.

Nur eine Sache verstehe ich nicht. Das bedeutet nichts, weil ich ja ein Depp bin und von Wirtschaft keinerlei Ahnung habe. Aber weil das hier ein Blog ist, sage ich trotzdem, was ich da nicht verstehe. Es ist n├Ąmlich so: T-Online bietet zwei kostenpflichtige Pakete f├╝r Typepad/T-Online-Blogs an, f├╝r 2,95 Euro und 6,95 Euro im Monat.

Typepad selbst ist auch kostenpflichtig, nur kosten da die Pakete 4,95 und 8,95 Euro im Monat. Soweit ich erkennen kann, sind die Pakete identisch, kosten aber jeweils 2 Euro pro Monat und damit 24 Euro im Jahr mehr.

Ich habe, wie gesagt, keine Ahnung von sowas. Aber wenn ich bislang Typepad-Kunde w├Ąre, dann w├╝rde ich doch zu T-Online wechseln, nachdem die wirklich signifikant billiger sind. Und ganz sicher nicht erst bei Typepad anfangen, wo die gleiche Leisung mehr kostet, oder?Ich kann mir nicht vorstellen, dass das f├╝r die Entwicklung f├╝r Typepad.de gut ist. Wenn ein K├Ąseh├Ąndler in zwei Gesch├Ąften nebeneinander sind und den gleichen Scamorza vom gleichen Bauern anbieten, dann nehme ich doch den billigeren?

├äh ja, das ist also das eine. Das andere ist die Frage, wo Six Apart bei den T-Online-Blogs dann eigentlich Geld verdient. Weil es ist so: Ich glaube, dass die T-Online das auch nicht umsonst macht. Und die werden wohl kaum 2,95 Euro von Kunden nehmen und dann die alten 4,95 Euro an Six Apart weiterleiten. Wahrscheinlich ist es eher so, dass Six Apart noch nicht mal die 2,95 Euro pro Blog bekommt. Sondern weitaus weniger. Wobei sie nat├╝rlich weniger Arbeit damit und eine gr├Âssere Reichweite dank T-Online haben.

Und das erinnert mich ein wenig an fr├╝her, an die New Economy; die Zeit, als alle viel mehr Ahnung hatten als ich Depp. Da war es n├Ąmlich so, dass die alle erst versucht haben, ihre tollen Gesch├Ąfte mit den Endkunden zu machen. Das hiess Business to Customer, oder B2C. Das hat dann aber ├╝berraschenderweise nicht funktioniert, obwohl die sich so prima auskannten. Na egal, dann haben sie eben versucht, diese beim Endkunden nicht funktionierenden L├Âsungen Grosskunden anzudrehen. Das hiess dann Business to Business, und hat aber auch nicht geklappt. Ich weiss nicht, warum das so war, aber auch die Grosskunden konnten das nicht an die Endkunden verkaufen. Das war doof, weil die New Economy Firmen damit zwar ihr Business Modell ge├Ąndert hatten und eine tolle Referenz auff├╝hren konnten, aber damit auch kein Geld verdient haben. Wenn dann noch die Preise radikal reduziert wurden, war das oft auch ein Zeichen f├╝r eine falsche Preispolitik. Die sind dann auch oft pleite gegangen, die klugen Leute.

Also, wie gesagt, ich bin nur ein Depp und verstehe das alles nicht. Kann mir vielleicht jemand erkl├Ąren, warum das alles f├╝r Typepad ein gutes Gesch├Ąft wird, wenn sie ihre alten User preislich verschaukeln und an den neuen nicht mehr wirklich dran sind? Oder wollen die einfach nur aussteigen, weil die keine Chance mehr im normalen B2C-gesch├Ąft sehen? Ich finde die Kooperation ja toll, und auch die billigeren Preise, aber diese dummen Fragen muss ich trotzdem mal stellen.