Nein, es ist ĂŒberhaupt nicht lustig und auch kein Grund zum lachen, aber momentan spielt sich eine Realsatire in den deutschen Blogs ab, Disclosure: Auch unter meiner Beteiligung. Auf der einen Seite gibt es eine grössere Debatte um Werbung fĂŒr Yahoo beim Vermarkterbetzwerk Adical, in die heute die Heisemeldung platzte, dass die AktionĂ€re und der Vorstand von Yahoo zwei AntrĂ€ge abgelehnt habem die Yahoo zu mehr Engagement fĂŒr Menschenrechte bewegen sollte. Immerhin hat Yahoo chinesische Dissidenten an das diktatorische Regime in Peking verraten. Dazu gibt es eine Meldung bei Heise, in der steht:

Wenn beispielsweise Behörden bei der Ausgabe von Suchergebnissen EinschrĂ€nkungen verlangten, werde Yahoo dem nachkommen und versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Zudem sollen die Nutzer ĂŒber die Zensurmaßnahmen informiert werden. Den zweiten Antrag auf Einsetzung eines Board Committee on Human Rights, das die Einhaltung der Selbstverpflichtungen des Konzerns ĂŒberwachen soll, lehnte der Vorstand mit der BegrĂŒndung ab, das Management sei im alltĂ€glichen GeschĂ€ft bereits ausreichend mit derartigen Fragen konfrontiert. Es sei mit den rechtlichen Grundlagen im eigenen Unternehmen und in anderen LĂ€ndern vertraut, sodass ihm zuzutrauen sei, die Aufgaben, die der kalifornische AktionĂ€r John C. Harrington fĂŒr das Kommitee vorgesehen hatte, selbst in die Hand zu nehmen.

Angesichts der oben beschriebenen Debatte wurde dieser Beitrag sieben mal verlinkt.

Dann machte heute die Runde, dass die Yahoo-Tochter Flickr dabei ist, eben jene derartigen Fragen, mit dem das Management im alltĂ€glichen GeschĂ€ft bereits ausreichend konfrontiert sei, umzusetzen. Nachdem es ja “mit den rechtlichen Grundlagen im eigenen Unternehmen und in anderen LĂ€ndern vertraut” ist, werden deutsche Flickr-Nutzer wie die in einigen wenig demokratischen LĂ€ndern Fernasiens vom betrachten gewisser Bilder abgehalten, die manche der eigenen User als problematisch erachten. Zur Lokalisierung verwendet Flickr die Yahoo-ID der Nutzer, die dann eine “sichere Suche” mit eingebauter Zensur nicht abschalten können.

Eigentlich klar, oder? Flickr setzt lediglich die von den AktionÀren beschlossenen und vom Management empfohlenenYahoos Richtlinien um. Und welche BeitrÀge werden von deutschen, jetzt eben auch von Yahoos China-Syndrom ein klein wenig betroffenen Bloggern verlinkt?

7 verlinken meist wegen der aktuellen Debatte die Ursache. Bislang 31 die Wirkung.

Ts.