Vor acht Monaten verk├╝ndete die Firma Sixapart, bekannt u. a. durch den Bloghoster Typepad.de, einen spektakul├Ąren Deal: Mit dem Internetprovider T-Online stieg einer der ganz Grossen in das Gesch├Ąft mit den boomenden Weblogs ein. Es gab dort zwar auch nicht mehr als die ├╝blichen Typepad-Blogs zu den ├╝blichen Preisen, aber allein die Marktmacht machte schon was her.

Heute schweigt Typepad, obwohl es in Deutschland von jemandem betreut wird, der als PR-Blogger firmiert – und der ansonsten gar nicht genug betonen kann, wie toll so eine offene Kommunikation in der Blogosph├Ąre doch ist. Vielleicht liegt es daran, dass die wichtige Neuigkeit nur partiell gut ist: T-Online fordert seine Blogkunden auf, sich zum 15. Dezember zu vertsch├╝ssen und bei Typepad ein neues Blog zu er├Âffenen, wenn sie ihre Inhalte erhalten wollen. Wenn nicht, knipst T-Online das Licht aus:

Als Nutzer von T-Online Weblog teilen wir Ihnen mit, dass dieser Dienst zum 15. Dezember 2005 bei T-Online eingestellt wird. Das Vertragsverh├Ąltnis endet automatisch zu diesem Termin und Ihr Weblog ist dann nicht mehr bei T-Online erreichbar.

Die Kunden geben allerorten ihre geringe Begeisterung zu Protokoll, aber es hilft ja nichts – das kommt davon, wenn man den Grossen mit einem Payangebot vertraut. Wer h├Ątte gedacht, dass auch windige Bloghoster T-Onlineblogs ├╝berleben w├╝rden? Diejenigen, die jetzt den dreck im schachterl haben, ganz sicher nicht. ├ťber die Ursachen schweigt sich T-Online ebenso beharrlich aus wie Typepad. Das nenne ich gelungene ├ľffentlichkeitsarbeit. Das Customer Relationship Management ist ├╝brigens noch besser, denn die Anmeldeseite f├╝r Blogs ist weiterhin im Netz. Aber wie sagen sie nicht so sch├Ân?

Wir bedanken uns herzlich, dass Sie Weblogs bei T-Online genutzt haben
und w├╝nschen Ihnen weiterhin viel Spa├č damit!

Soviel dann auch zum Thema applied web 2.0 bei T-Online. Sixapart in den USA geht ├╝brigens doch etwas anders mit Problemen um, da gibt es wenigstens eine Entschuldigung und eine Kompensation, wenn der Dienst zwei Wochen lang streikt.