Auf diesen Abmahn-Fall eines Mitarbeiters des Andere-Arbeiten-Lassen-Startups Qype mit der “neutralen Stelle”, der “die H├Ąnde gebunden” sind, obwohl sie die Urheberrechte extensiv nutzen, alle m├Âglichen Folgen auf die Nutzer abw├Ąlzenund sie inhaltlich verantwortlich sind, gibt es neue warme Worte des Gr├╝nders Stephan Uhrenbacher im Qypeblog. Wie so oft ist das interessanter, was bei solchen PR-Stunts durchschimmert, nicht gesagt oder sonst wie im Gr├╝nderkauderwelsch versteckt ist. Deshalb hier der Blogbar-Babelfisch zur ├ťbersetzung und Spezifizierung der Web2.0-Unternehmerworte:

Qype gibt Nutzern die M├Âglichkeit, die eigene Meinung zu ver├Âffentlichen, ├Ąhnlich, wie das zum Beispiel auch im eigenen Blog geht. Aus der Vielzahl einzelner Meinungen k├Ânnen sich andere dann ein Bild ├╝ber einen Ort oder ein Gesch├Ąft machen.

Qype gibt Nutzern die M├Âglichkeit, die eigene Meinung zu ver├Âffentlichen, ├Ąhnlich, wie das zum Beispiel auch im eigenen Blog geht – mit dem Unterschied, dass es nicht mehr allein die eigene meinung ist, sondern Texte, f├╝r die wir Nutzungsrechte haben, es auf unserer Seite geschieht und wir laut Impressum eigentlich inhaltlich verantwortlich sind. Aus der Vielzahl der von uns genutzten Texte k├Ânnen sich andere dann ein Bild ├╝ber einen Ort oder ein Gesch├Ąft machen.

Hier wie da gilt:

1) Man darf nichts Falsches verbreiten und

2) Man darf andere nicht beleidigen.

Beide Punkte sind an sich selbstverst├Ąndlich.

Grunds├Ątzlich ist Qype eine Plattform, bei der die Qyper ihre pers├Ânliche Meinung einstellen k├Ânnen. Wir freuen uns ├╝ber jeden Beitrag. Inhalte oder Meinungen machen wir uns dadurch nicht zu Eigen. Nutzungsrechte m├╝ssen wir uns schon deshalb einr├Ąumen lassen, weil wir die Qype-Beitr├Ąge sonst ├╝berhaupt nicht ├╝ber qype.com verbreiten d├╝rften.

Baut keine Scheisse, denn wir wollen daf├╝r nicht haften. Wir erkl├Ąren das deshalb zu Eurer Meinung, die wir nicht teilen, was nichts an unserer Verantwortlichkeit f├╝r Tetxe auf unserer Site ├Ąndert, aber vielleicht glaubt Ihr das ja. Wir weisen lieber nicht auf den Umstand hin, dass wir uns laut AGB durchaus in redaktioneller Verantwortung befinden, schreiben wir doch selbst: Ein Anspruch auf Ver├Âffentlichung der von Ihnen ├╝bertragenen Inhalte und Fotos in Qype besteht nicht. Qype entscheidet ├╝ber die Ver├Âffentlichung nach freiem redaktionellem Ermessen.

Und wenn Ihr schon dabei seid, glaubt Ihr auch bitte, dass die extrem umfassende Abtretung von Nutzungsrechten an den Inhalten lediglich f├╝r Qype n├Âtig ist – eigentlich heisst “r├Ąumlich und zeitlich unbegrenzt”, dass wir damit auch massenhaft andere Dinge machen k├Ânnten. Wollten wir das auf Qype begrenzen, h├Ątten wir das auch reinschreiben k├Ânnen.

Wenn ein Qyper die Rechte Dritter verletzt und wir das erfahren, sind wir selbstverst├Ąndlich verpflichtet, den Beitrag zu l├Âschen. Und das machen wir auch. Im Fall von Jan war der Beitrag lange gel├Âscht, bevor das ganze publik wurde.;

Wir m├╝ssen Beitr├Ąge eigentlich nicht l├Âschen, nur weil jemand meint, wir h├Ątten seine Rechte verletzt, denn da k├Ânnte ja jeder kommen, aber in diesem Fall wurde der Beitrag durchaus schon gel├Âscht. Man k├Ânnte jetzt fragen, ob so ein Verhalten die andere Seite nicht dazu inspiriert hat, dann gleich noch die Abmahnkeule zu z├╝cken, aber das w├Ąre uns jetzt nicht wirklich lieb. Oder so.

Jan habe ich sofort Unterst├╝tzung zugesagt wie wir es f├╝r jeden Qyper tun w├╝rden. Wir helfen dort, wo wir das k├Ânnen.

Ich habe Unterst├╝tzung zugesagt, obwohl ich laut Impressum inhaltlich verantwortlich bin und es formal die kommerzielle Nutzung von Jans Urheberrechten durch Qype war, die der Grund f├╝r die Abmahnung ist.

Wichtig dabei: Jan wurde nicht wegen einer Meinung in einem Beitag abgemahnt. Bei Jan ging es um eine Verwechslung zweier Unternehmen, das hei├čt, Dinge, die er zu einem Unternehmen geschrieben hatte, geh├Ârten inhaltlich zu einem anderen ÔÇô namens├Ąhnlichen ÔÇô Unternehmen. Selbst wenn wir hier helfen wollten, k├Ânnen wir nicht mehr tun. Eine Abmahnung heisst in diesem Fall ├╝birgens nichts anderes, als dass sich Jan verpflichten m├╝sste, das nicht noch einmal zu wiederholen.

Wir stehen, wenn sowas passiert, hinter Euch. Da, wo es nicht weh tut, wenn einer zuschl├Ągt. Wir klappen aber vorl├Ąufig sofort zusammen, wenn ein Anwalt bei einer Lappalie wie einer Verwechslung mit dem Gummiparagraphen der “Gesch├Ąftssch├Ądigung” daherkommt, wo man vor Gericht schon etwas mehr braucht als die Meinung eines Anwalts – etwa einen Beweis f├╝r die tats├Ąchliche Sch├Ądigung. Wir k├Ânnten eigentlich ziemlich viel tun, so etwa uns die Jungs mal vorkn├Âpfen und dabei in Erfahrung bringen, dass man sowas auch durchboxen kann, und damit irgendwie der in ┬ž7 unserer AGB erkennbaren redaktionellen Verantwortung entsprechen. Tun wir aber nicht.

Jan selber hat auch in fast allen Blogs entsprechend kommentiert.

Jan wird seinen Spass haben, wenn er damit zu einem Anwalt geht und der sich mal anschaut, wer wir eigentlich sind und was in unseren AGB steht. Macht sonst keiner. Eine Debatte ├╝ber unsere Pflichten w├Ąre jetzt nich so doll, ne. Und wer was anderes sagt und auf die AGB hinweist, versucht den Fall zu instrumentalisieren.

Mir ist in der Diskussion folgender Punkt wichtig. Es gibt nur entweder ÔÇ×ZensurÔÇť durch einen verantwortlichen Redakteur, der seine Mannen unter Kontrolle hat. Genau das wollen wir bei Qype nicht. Oder es gibt Freiheit des Einzelnen, zu sagen was er denkt. Und daf├╝r stehen wir.;

Aber sonst nix. Sonst steht ihr alleine da.