Ich wĂŒnsche jedem Blog-Toplistenmacher den baldmöglichsten webbasierten, oder wenn es eine Firma ist, finanziellen Exitus. Wenn ich sehe, dass eine bekannte deutsche Blogspamschlampe als erste ein feuchtes Höschen bekommt, wenn der nĂ€chste komische Blogdurchsucher eine Topliste und die Wahl zum Topbeitrag des Monats anbietet, den man dann verlinken soll, und das aktuelle Gepushe von bestimmten Figuren mit der ZurĂŒckhaltung eines Marktschreiers, deren GedrĂ€ngel bei Rivva und ihre Versuche, sich mit Linklisten nach vorne zu drĂ€ngeln – das alles lĂ€sst in mir den Wunsch entstehen, dass es einfach ĂŒberhaupt keine Charts mehr gibt. Diese bescheuerte Pseudorelevanz, dieses Rattenrennen nach Positionen, die so unwichtig sind wie die hinteren PlĂ€tze bei der Tischtennis-D-Jugend in Kleinweilersdorf, das alles konstruiert nur die Gummizellen, in denen man mit Linknutten und anderem Zeug zusammengesperrt wird. Ich wĂŒrde mit Stefan Herre nicht in einem Raum sein wollen, und wenn jemand hilft, ihn mit denm deutschen Blogcharts bekannter zu machen, mit der BegrĂŒndung, es seien halt die Zahlen und keine Weltanschauung, dann wĂ€re ich gerne draussen – aber noch lieber wĂ€re es mir, wenn es derartige Dinge einfach nicht mehr gĂ€be.

Zumal es den Link- und Trafficnutten ohnehin fast nichts bringt. Es sorgt nur dafĂŒr, dass solche Gestalten mit aller Macht versuchen, jedes dieser Systeme zu korrumpieren und andere (wie beispielsweise dieses Blog hier) mit Kommentar- und Trackbackschleim zu belĂ€stigen. Charts und Toplisten tun niemand was Gutes. Es könnte anders sein in einer Welt, in der allein Inhalte zĂ€hlen, und nicht das Zusammentrommeln eines möglichst grossen awarenessgeilen Mobs. Nur nimmt genau letzteres gerade enorm zu, und es wĂ€re an der Zeit, diesen Leuten die Instrumente aus der Hand zu nehmen. Oder anderweitig durchzugreifen.

Was dann aber bedeuten wĂŒrde, mit einer typisch deutschen Eigenart zu brechen: Der Feigheit, einfach mehr schöne Geschichten zu verlinken und zu sagen, dass es eine schöne Geschichte ist. Keine Ahnung, warum das so selten gemacht wird, aber es ist ein strukturelles Problem des Bloggens als Kultur im Gegensatz zu all denen, die sich nur fĂŒr SEO, Linkhurereien und möglichst viele via-Links interessieren.