English Summary: A person with strong ties to the founders of the infamous German startup StudiVZ – a Facebook-Clone – tried to delete critical remarks from the Wikipedia article about the company.

Es gibt Leute, die finden, dass man den GrĂŒnder von StudiVZ Ehssan Dariani wegen solcher und solcher und vieler weiterer Geschichten endlich mal in Ruhe lassen sollte, ist doch alles schon lang vorbei, und der Dariani ist so ein netter Junge. Stellvertretend fĂŒr diese Meinung möchte ich hier einen Kommentator namens “julian” auf dieser Seite zitieren:

man könnte mal ganz dezent drauf hinweisen, dass herr dariani einer “Pro-Israel-Gruppe” im VZ angehört, diese sogar gegrĂŒndet hat (Freunde israelischer Kultur” oder so) und zwar lange, lange, lange bevor dieser Skandal ans Tageslicht kam.
WĂ€r aber etwas, was die ganzen Hasstiraden und Spekulationen um seine Gesinnung hinfĂ€llig machen wĂŒrde und außerdem tiefergehende Recherche, insofern wohl viel zu anstrengend…

Gut. Dann wenden wir uns aktuellsten Ereignissen zu, die nicht nur Dariani betreffen, sondern das Unternehmen StudiVZ. Es ist nĂ€mlich so, dass der hier veröffentlichte Beitrag ĂŒber das Spammen in Frankreich Eingang in den Artikel ĂŒber StudiVZ in der Wikipedia gefunden hat. Kurzfristig, am 8. November. Am 9 November, gegen Mittag, war damit auch schon wieder Schluss – hier ein Vergleich zwischen beiden Versionen. Der Benutzer, der das gemacht hat, fĂ€llt durch ein sehr schmales Werk bei Wikipedia auf – er löscht lediglich Kritik zu StudiVZ. Neu ist das nicht, auch dieses Mitglied mit einer sehr Ă€hnlichen IP löschte und editierte Ende Oktober nach KrĂ€ften – und sagte:

es ist die UNWAHRHEIT, dann muss auch nicht spekuliert werden. wer dies bezweifelt kontaktiere mich bitte: jartope@gmail.com)

Die gleiche Email hat auch der obige Kommentator hier abgegeben, sein Name: Julian Artope. Ein (ehemaliger?) Mitarbeiter von StudiVZ, Campus Captain, und Thema einer StudiVZ-Gruppe mit dem schönen Namen “Julian ArtopĂ© muss in Berlin bleiben”, eingerichtet vom StudiVZ-GrĂŒnder Dennis Bemmann.

Entsprechend spannend ist dann auch die Debatte ĂŒber StudiVZ in der Beitragsdiskussion:

Eingriff durch StudiVZ in Wikipediaeintrag
Es wird massiv von der PR Abteilung von StudiVZ in diesen Wikipediaeintrag eingegriffen und wegeditiert.[...]
@203.229.73.100 bzw. 203.229.72.244 bzw. jartope@gmail.com, der Du den Eintrag ĂŒber die gegensĂ€tzlichen Angaben zu einer möglicherweise geflossenen oder möglicherweise nicht geflossenen Millionenzahlung immer wieder löschst:
1. An Deine email-Adresse werde ich mich NICHT wenden – der angemessene Platz fĂŒr Auseinandersetzungen zu diesem Artikel ist diese Diskussionsseite! DafĂŒr hat man diese Möglichkeit in wikipedia eingerichtet, und der Vorteil, dass die Argumente dann auch von allen anderen hier nachvollzogen werden können, liegt auf der Hand.

Ich sagĆœs mal so: Es ist mir relativ egal, welche Behauptungen StudiVZ wo und wie vorbringt. Können sie machen. Was aber absolut unertrĂ€glich ist, ist der Eingriff in ein neutrales Medium, das den Nutzern zur Information dient – und nicht zum Aufpolieren der eigenen, wenig erbaulichen Geschichte. Wikipedia fĂ€lschen ist eines der Dinge, die noch gefehlt haben im StudiVZ-SĂŒndenregister – aber es wird nichts unversucht gelassen, von Trollnummern bishin zu solchen erbĂ€rmlichen Zensureingriffen. So schlecht war die Domain “Völkischer-Beobachter.de” wohl doch nicht gewĂ€hlt.

Zumal es auch im Inneren von StudiVZ komischerweise einen kritischen Beitrag in den Gruppen erwischt hat. Die GrĂŒnderin Ein Mitglied einer Simpson-Gruppe mit rund 5000 Mitgliedern hat auf die diversen Geschichten hingewiesen – prompt war ihr Beitrag [edit: nach Worten der GruppengrĂŒnderin] verschwunden:

Interessant finde ich es wiederum, dass der erste Beitrag auf einmal verschwunden ist. Als GruppengrĂŒnderin kann eigentlich nur ich ihn löschen. Oder aber die Studiverzeichnis-Bosse, denen der Eintrag vielleicht nicht gefallen hat ?!? Ich wars jedenfalls nicht.

Wenn schon Wikipedia gefĂ€lscht wird…