So, gerade ging die Rechnung an die d.k.d Internet Service GmbH, Kaiserstra├če 79 in D-60329 Frankfurt/Main raus. Ich habe nach den letzten├Âffentlichen Einlassungen der Verantwortlichen, dass die kommerziellen Kommentare hier an der Blogbar keine Werbung seien, sondern “Kommunikation”, noch ein paar Dinge ge├Ąndert, so dass dieser an sich nette Entwurf hier nicht mehr allzu viel mit der aktuellen Forderung zu tun hat. Ich denke, die andere Seite wird dadurch merken, dass wir ab sofort nach meinen Regeln spielen.

Was tun wir? Wir k├Ąmpfen. Wir m├╝ssen erkennen, dass die diversen Ausverk├Ąufer der Blogosph├Ąre, die bereitwillig f├╝r Opels, Coke, Laptops, Aufkleber, Sekten und eigentlich jeden erdenkbaren, egal wie kleinen geldwerten Vorteil ihre Blogs hergegeben haben, daf├╝r verantwortlich sind, wenn jetzt in der Werbebranche der Eindruck entstanden ist, Blogs w├Ąren ja ohnehin voller Werbung, da m├╝sse man eben damit rechnen, dass so ein Blog eben mal versteckt Werbung mache. Das, was Coty, d.k.d. und deren Handlanger hier betrieben haben, ist lediglich die konsequente Fortsetzung des ohnehin verhandenen Strichertums. Und dass jetzt ausgerechnet MC Winkel, der wie kein anderer in der deutschen Blogosph├Ąre f├╝r kommerziellen Aktionen die Tonne rausgestellt hat, den Leuten von d.k.d. eine Rechnung aus Bruchst├╝cken meines Textes schreibt, dessen Sinn er offensichtlich nicht mal erkennt, zeigt sehr sch├Ân, wie zynisch ein Teil der Leute ist, die sich hier mit den gleichen Methoden wie d.k.d. schon ein bischen l├Ąnger zum Affen f├╝r kommerzielle Zwecke machen.

Es gibt ein paar klare Antworten, warum das jetzt kommt. Und warum ich das bis zum Ende durchk├Ąmpfen werde, mit allen mir zur Verf├╝gung stehenden Mitteln. Es ist nicht das erste Mal, in meinem Beruf hat man es ├Âfters mit solchen F├Ąllen zu tun, ich weiss, was ich tue, und ich weiss, wie die M├Âglichkeiten beschaffen sind. Das Problem der anderen Seite, kurz beschrieben: d.k.d. und Coty haben sich zwar f├╝r verantwortlich erkl├Ąrt, aber die Rechtsverletzung wurde tats├Ąchlich von ein paar jungen, n├╝tzlichen Helfern begangen. Sollte d.k.d. keine Anstalten machen, zu ihrer Verantwortung zu stehen, werde ich dahin gehen, wo es weh tut. Dass die Reaktion hier etwas gedauert hat, liegt vor allem daran, dass wir erst mal kl├Ąren mussten, wer hier Schleichwerbung betrieben hat. Das weiss ich jetzt. Und damit komme ich im Zweifelsfall zu den schw├Ąchsten Gliedern. Das ist nicht nett, aber so macht man das dort, wo ich normalerweise arbeite.

Mit der Rechnung wird eine Grenze gezogen, die es der anderen Seite erlaubt, sich schnell zur├╝ckzuziehen und einzugestehen, dass sie einen Fehler gemacht hat. Die andere Seite kann sich dadurch entschuldigen und f├╝r alle ├Ąhnlich gestrickten Kampagnen beispielhaft erkl├Ąren, dass diese Idee nicht gut war. Jeder wird wissen, dass ihm das gleiche droht, wenn er es wieder probiert. Wenn sie es nicht tun und ich nicht mit allen Mitteln dagegen vorgehe, wird es der n├Ąchste wieder machen. Und wir alle werden uns dann bei jedem neuen Kommentator fragen m├╝ssen, wer dahinter steht, Mensch oder PR. Schon jetzt hat sich an der Blogbar mit “Joe” ein PRler gefunden, der es auf die antikommerzielle Schiene versucht hat. Ganz doof sind die auch nicht, ganz im Gegenteil. Die PR geht damit gezielt gegen das Vertrauensverh├Ąltnis vor, sie greift die Wurzeln des Blogosph├Ąre an. Nicht, weil es legal ist, sondern weil es geht. Wo kein Kl├Ąger, da kein Richter.

Der Kl├Ąger ist hiermit da. Richter zu finden ist nicht weiter schwierig, die findet man an jedem Amtsgericht, und angesichts des Status der Blogbar, bei dem in diesem Fall das UWG greift, gibt es auch umfassende, schmerzintensive Mittel. Der Fall ist so angelegt, dass ich mir ├╝berlegen kann, wo ich mit minimalen Aufwand maximalen Schaden verursachen kann. Dabie ist mir jeder Weg recht – die schlichte Akzeptanz meiner Forderungen, mit denen ich mich dann wieder den Dingen widmen kann, die mir wichtig sind. Es ist nicht so, dass ich mir nichts sch├Âneres vorstellen k├Ânnte, als solche Rechtsverst├Âsse zur├╝ckzuweisen. Oder der harte Weg von den schw├Ąchsten Gliedern ├╝ber die Agentur zu den Anstiftern – mir ist durchaus klar, dass Coty Rechtsanw├Ąlte hat, aber f├╝r d.k.d. wird die Geschichte dann schon aufwendiger, und die verursachenden Kids sollten sich schleunigst nach einem Anwalt umschauen. Ich habe dann mehr mit dem Fall zu tun, aber ich sorge dann schon daf├╝r, dass ich nicht zu kurz komme.

Denn ich mache das bis zum Schluss. Das ist nicht die erste Klitsche, die teuer bezahlt hat. Ich habe die Fakten, die Informationen, die Adressen, das n├Âtige Fachwissen und obendrein auch noch Anw├Ąlte, die das als Finger├╝bung machen. Ich habe das Recht auf meiner Seite, und ich habe die Schnauze voll von Leuten, die meinen, dass alles irgendwie schon geht. Gar nichts geht, wenn ich erst mal mitspiele, Freunde der Blasmusik. Ich kann auf Marktg├Ąngigkeit, Werbeangebote und PR-Einladungen scheissen, ich will von derartigen Aktionen nichts als den Skalp, wenn sie nicht freiwillig ganz schnell Haare lassen. Das ist mein Spiel. Nat├╝rlich wirft der Fall auch gleich die Frage auf, wie man mit Leuten umgehen soll, die schon Blogger sind und sich dann f├╝r sowas kaufen lassen.

Hm.

Ich sage es mal so: Ich w├╝rde deutlich von solchen Spielchen abraten, wenn auch nur die geringste M├Âglichkeit da ist, dass Don Alphonso ins Spiel kommt. Denn meine Toleranz ist nach dem Coty-d.k.d.-Technosexual-Fall ziemlich aufgebraucht.