Auch falls das Thema langweilt: Ich habe mir mal den Spass gemacht und auf meiner aktuellen Reise nachgefragt, wie das eigentlich mit den Bildrechten an Gegenständen ist, die in Museen aufbewahrt werden. Im Kloster Eberbach und im Domschatz zu Aachen war recht kundiges Personal anwesend, die 1.) wussten, was ein Blog ist und 2.) hausinterne Regeln zum Verwenden von Bildern kannten.

Beide Institutionen erlauben das Photographieren, wobei man in Aachen keinen Blitz verwenden darf. Dieser Umstand hat fr√ľher das Problem von selbst gel√∂st, denn es ist so dunkel, dass ohne Blitz nichts ging, und der Blitz an den Glask√§sten reflektiert wurde. Heute ist das dank Digitalkameras etwas anders. Es geht. Und auf die Frage, ob ich die Bilder aus den Kulturdenkm√§lern auf meine privaten Seiten stellen d√ľrfte, gab es in beiden F√§llen ein klares Ja.

Wie es in beiden F√§llen ein klares Nein zu h√∂ren gab, als ich nach der Ver√∂ffentlichung auf einer kommerziellen Website nachfragte. Auch Journalisten m√ľssten erst mal eine Erlaubnis einholen, andere gewerbliche Zwecke stehe man grunds√§tzlich eher ablehnend gegen√ľber, und Werbung gehe gar nicht, daf√ľr sei man absolut nicht einfach so zu haben. Auf die Frage, was eine kommerzielle Website sei, hiess es: Alles, womit irgendwie Geld verdient werde.

So richtig neu und ungew√∂hnlich ist das nicht, wenn man schon mal publizistisch gearbeitet hat. Aber m√∂glicherweise neu f√ľr gewisse “Professionalisierte”, die auch schon mal Bilder von mutmasslich Ungefragten als Werbung verwenden. ich wage an dieser Stelle zu behaupten, dass wir gerade an der tieferen Problematik der Bildrechte, die nicht unkomplex sind, noch ein paar unsch√∂ne Dinge erleben werden. Banaler Bilderklau ist bei weitem nicht alles, sobald es nicht mehr ums Bloggen aus Spass an der Freude geht. Mal abgesehen davon, dass die Begrenzung der Bloggerei durch kommerzielle Ans√§tze auch ein Problem ist. Denn was tut man, wenn man ein Bild nicht erlaubt bekommt? Knicken? Riskieren? Meine Prognose: Desto ber√ľhmter das Abgebildete, desto eher wird es eng. Was auch f√ľr Mashups bisweilen je nach Verwendung √ľble Folgen haben kann. Die Ver√∂ffentlichung solcher Bilder beim GTBlog ist in Ordnung, bei anderen hingegen kann die bloginterne Bildausleiherei problematisch sein. Niemand kann in so einem Fall sagen, was nun der Rechtebesitzer als “kommerziell” ansieht, ob Google-Ads schon reichen oder das Blog voller Werbung sein muss.

Eine Spaltung in kommerziell und nichtkommerziell machen in diesem Fall nicht die Blogger, sondern die Rechteinhaber. Man kann jetzt nat√ľrlich eine Revision der Bildrechte fordern – wichtiger d√ľfte es aber meines Erachtens sein, sich seiner jeweiligen Ausrichtung bewusst zu sein. Und einen Prozess, um solche wackligen Fragen zu kl√§ren, wird kaum ein Blogger f√ľhren wollen.