28.7.2004 | 15:47 von DonAlphonso

2054, im Bandonero-Altersheim

sitzt Don Alphonso, packt das Photoalbum aus und erzählt seinen Enkeln:

Und dann, als ich in der Munich Area mit den bastardi von la Nuova Economia aufgeräumt hatte, allora, dann habe ich gemacht das Blogbuch mit einer neuen Famiglia von Bloggern, das war multinationale, capisce, das war organisiert, wir haben so zusammengehalten, und Messieur Pahl von der Marseille Connection hat das mit mir geleitet, und dann kam der grosse Tag, ich weiss es noch wie gestern: Der 28. Juli 2004, 14.03, da habe ich übergeben die Lieferung an das Haus Testanero e Testanero, an Don Daniele, die rechte Hand von die ehrenwerte Padrone Olivero Testanero, und die haben dann gemacht das Buch das ihr vor drei jahren zur natale Jesu bekommen habt, das waren grosse Zeiten, ein grosser Deal, und das alles unter der Flagge der Americanos, si si.

Allora, aber dann kam der Cretino Bohlen und ERTeLlee und SatUno und alle haben sie gebloggt und die Preise kaputt gemacht, und im Settembre nero hat auch die famiglia der Spiegels unter der Leitung von Patalong das Bloggeschäft angefangen, aber wir sind dann in die Berge gegengen wie 1943 schon Papa Porcamadonna, wir haben gekämpft wie die Löwen, denn wir lassen uns das Geschäft nicht nehmen, und ich bin zu Bohlen und abe gesagt wenn Du ein Blog nimmst dann gebe ich dir die 352 Seiten vom Blogbuch zu essen aber ohne Olio, ich schwöre…

Die Enkel derweil: zzzz……

28.7.2004 | 11:21 von DonAlphonso

Noch 2 Stunden

bis zur Abgabe. Eigentlich bin ich jetzt schon durch und könnte los, aber…

klingt es komisch, wenn ich das Gefühl im Bauch als “Verlustangst” bezeichnen würde?

Also lieber nochmal über ein paar kritische Stellen drüberschauen.

27.7.2004 | 23:21 von dogfood

Glückwunsch für die Klare Linie

Preisbloggen ist gestern zu Ende gegangen, unter den am Buch beteiligten Blogger haben wir 2x zweite Plätze.

Ligne Claire im BLOGS!-BuchDer große Gewinner ist aber der Träger des Jury-Preises: Dirk Hesse von “Ligne Claire” (ebenfalls bei uns im Buch vertreten). Ich freue mich dabei besonders wegen Sätzen aus der Jury-Begründung wie “Der Blog hebt sich durch seine hohe journalistische und optische Qualitat von anderen ab.” (Andreas Arntzen) oder “Auch die Texte sind interessant und variantenreich” (Richard Herzinger), weil Dirk desöfteren gegen innere und äußere Schweinehunde kämpfen mußte, wobei letztere häufiger in Form von erregten PUR-Fans auftreten (Ursache, Wirkung)

Dirk gewinnt eine Reise nach Wien (ich gehe jetzt schlichtweg mal davon aus, dass ein einjähriges ZEIT-Abo im Preis inkludiert ist, gell?) und kann vor Ort das Gerhard-Hanappi-, Franz-Horr- und Ernst-Happel-Stadion besuchen.

Glückwunsch nach Dortmund.

(Bild: Titelseite von Ligne Claire im BLOGS! Buch)

PS: Nicht unerwähnt wollen wir lassen, dass die ZEIT mit “Blogger Salon” anscheinend ein neues Blog aufgemacht hat “Wir hoffen, Sie fühlen sich wohl bei uns, unterhalten sich gut und finden interessante Anregungen im ZEIT Blogger Salon. Wir haben vor, an diesem Ort auch nach der Siegerehrung weiter zu schreiben und Blog-Klassiker, Neueinsteiger und Außenseiter vorzustellen.

27.7.2004 | 14:15 von dogfood

Der Ubiquitäre Mensch

Institut für Pervasive ComputingIn der aktuellen c’t (c’t 16/04) gibt es zirka 15 äußerst lesenswerte Seiten zum Thema “Pervasive Computing“.

“Per…”was?

Pervasive Computing, oder auch Ubiquitous Computing — Kleinstcomputer die in alltägliche Gegenstände integriert werden und so das menschliche Leben mit einen Datenstrom umgeben. Natürlich alles zum Vorteil des Menschens: eine Kaffeetasse erkennt wann sie leer ist, fragt bei der Kaffeekanne an, ob noch Kaffee vorhanden ist oder ob nun Kaffee gekocht werden soll, ein Fernseher der meine Fernsehgewohnheiten erkennt und eigenständig mit dem Videorekorder kommuniziert.

Man kann Parallelen zwischen Weblogs und “Pervasive Computing” erkennen. Weblogs und Chips geben Daten über Menschen ab. Sie tragen zur Digitalisierung des Individuums bei.

Diese Datenquellen entfalten ihre volle Wirkung erst durch die Vernetzung der Quellen untereinander. Durch die Verlinkung von Weblogs untereinander, eine Blogroll auf der zu ersehen ist, welche Blogs man zuletzt besucht hat oder die Ablage eine persönlichen Profils in Form von XFN oder FOAF. Je struktierter, desto maschinenlesbarer.

Genauso wie es beim “pervasive Computing” ein Abwägen zwischen Komfort und Datenschutz geben sollte, stellt sich bei manchem Weblog-Feature die Frage nach der Balance zwischen Offenheit und Privatsphäre, darüber inwieweit man noch Herr ist, über sein Profil und persönlichen Daten.

Prof. Alois FerschaProf. Alois Ferscha, Institut für Pervasive Computing/Linz in der c’t (S.81):

[Neben] den technologischen Machbarkeiten [… taucht] auch die Frage der sozialen Verträglichkeit [auf]. Nicht alles, was technologisch machbar ist, muss auch sozial verträglich sein.

Und ich selbst merke an mir, dass wir mit dieser Integration von Informationstechnologie in Alles und Jedes selbstverständlich auch in eine Gefahr laufen, dass diese Information, die multisensorisch erhoben wird, vielleicht auch einmal gegen ihre Absicht verwendet werden könnte.

Eine Gefahr, die wir heute vielleicht auch noch nicht kennen. Also wenn Sie heute mit Ihrem Fahrzeug von Linz nach Wien fahren, gibt es mindestens hundert Datenpunkte, an denen Ihre Präsenz erfasst wird. Das tut uns vorläufig nicht weh, weil kein Gebrauch gemacht wird von diesen Datenbeständen, aber es könnten einmal Zeiten kommen, in denen destruktive Absichten hinter der Verwendung von solchen Daten stehen […]

Und ich merke an meiner Person im Umgang mit den Dingen auch, dass ich wohl noch im Glauben gelassen werde, Herr der Lage und bestimmend sein zu können. Aber wenn Sie nur ein neues Dokumentenverarbeitungsprogramm auf Ihrem Computer installieren, dann ist automatisch eine Rechtschreibkorrektur nicht nur installiert, sondern auch voreingestellt. Der Hersteller nimmt an, dass ich nicht der Rechtschreibung fähig bin. Die Voreinstellung ist, dass ich ein dummer Benutzer bin. Das ist etwas, was mich erschüttert.

27.7.2004 | 10:13 von dogfood

Blogs und die Folgen für die Unternehmenskommunikation

Loic Le Meur, Vize-Präsident Europa-Mittl.Osten-Afrika für SixApart, hat im Zuge des Aufkaufes seines Unternehmens U-Blog durch SixApart viel Prügel von einigen seiner Kunden einstecken müssen, u.a. wg. der mangelhaften Unternehmens-Kommunikation.

Le Meur zieht in dem englischsprachigen Teil seines Blogs Bilanz: “Start a business – 7: Entrepreneurs do make mistakes, learn from them and react. PR and blogs and how your Company should deal with them

Mit einigen interessanten Lehren und Beobachtungen (teilweise aus anderen Blogs aufgenommen):

[…] How do you get PR ?
You learn PR by experimenting it.

[…] PR are changing completely with blogging, not only because the journalists do not have the exclusivity of writing the news anymore, not only because they want the Companies and the PR agencies to talk to them in a different way, but more importantly the clients of all products and services of all companies start to write their thoughts about them every day.

[…] As Didier says, “we see here clearly a side effect of using the blogs as a base for business communication. a few unsatisfied people can have a huge impact on the overall customer community and its feeling.” […]

(an dieser Stelle einen kleinen Einschub der nichts mit diesem Eintrag direkt zu tun hat, aber mit meinen vorigen Eintrag um Le Meur/U-Blog/SixApart. Diejenigen die da grollen, sollten sich vielleicht mal die Einträge auf Englisch und Französisch von Le Meur und Stephanie Booth anschehen und vergleichen. Le Meurs englisches Blog ist deutlich stärker als der französische Part, auf seine Außendarstellung und Reputation fokussiert. Booths englischsprachige Zusammenfassung liest sich verhältnismäßig kuschelig im Vergleich zu ihrem französischen Pendant.)

Man sollte in diesen Zeiten nicht glauben, der Begriff “Unternehmen” träfe nur auf multinationale Großkonzerne zu. Auch Freiberufler scheuen sich nicht, viel Wind zu machen (inzwischen auch mit Blog). Im Medium Internet kann viel Budget durch viel Cleverness wettgemacht werden.

Le Meur:

Well, as I commented on some blogs talking about this, getting press is not rocket science for most people and for most journalists, the subject must be interesting for the journalists, you have to prepare their work as much as you can if you want to speed the process by writing notes about what you may want the press to talk about (so that their articles are easier to write), and finally, you have to get the message to them.

Was ich, der zum ersten Mal mit PR und Presse zu tun hat, inzwischen unterschreiben kann. So haben Don und ich ein getürktes Interview geschrieben, aus dem Journalisten zitierfähiges Material sich rausklauben können (das Interview werden wir noch hier reinposten). Ist, bzw. soll so gängig sein. Man schaue sich nur die Making-Of-Filmchen im Fernsehen an… Der Journalist kommt also nicht zum Material, sondern das Material zum Journalisten. (Achtung, Pauschalisierung! Nicht alle Journalisten … — yaddayadda —)

Die Verlags-PR wird von mir regelmäßig mit Material versorgt, dass aufhorch-fähige Schlüsselwörter enthält und Journalisten den Eindruck vermittelt, Blogs sind für ein breites Publikum interessant. “Die TAGESSCHAU bloggt!” — “Die Amis akkreditieren Blogger für Parteitage!” — “Die ZEIT prämiert Blogs!”

Bitte Ablegen unter Geldgeilheit und Weltherrschaft.

26.7.2004 | 17:06 von dogfood

Tagesschau bloggt den US-Wahlkampf

http://blog.tagesschau.de/

So die in den letzten Stunden wohl am meisten verlinkte URL.
blog.tagesschau.de:

Drei US-Korrespondenten der ARD posten ab Mitte Juli regelmäßig ihre Eindrücke vom Wahlkampf aus diesem großen und vielfältigen Land. Und zwar hier, bei blog.tagesschau.de

Sebastian Hesse, Carsten Schmiester und Rainer Sütfeld machen bei diesem Weblog-Projekt mit. Sie werden unter anderem politische Analysen und Hintergründe liefern, um das Geschehen in den USA einzuordnen. Natürlich wird hier in den nächsten Monaten auch Platz sein für Geschichten aus der Provinz und aus den Städten, große und kleine Begebenheiten. Und vielleicht auch einiges, das in der “normalen” Berichterstattung untergehen würde.

Nach einer Testphase scheint man seit heute nacht den regulären Blog-Betrieb aufgenommen zu haben (wiewohl ich hoffe, dass da noch an den Templates geschnitzt wird). Software scheint mir pMachine (oder ExpressionEngine?) zu sein.

Der Ton ist wesentlich relaxter als in den Reportagen für die Radiosender.

[gefunden via generation neXt und Moe]

26.7.2004 | 16:57 von DonAlphonso

Die Fahnen II

und ein seelig grinsender Verlagsmitarbeiter.

Heute korrigier ich, nächste Woche druck ich, und in 4 Wochen liegt es in den Buchhandlungen. Ach wie gut dass niemand weiss, dass ich Don Alphonso heiss….

26.7.2004 | 11:35 von DonAlphonso

Die Fahnen

liegen beim Verlag zur Abholung. *gulp*

Die Fahnen, das kann man am Besten vergleichen mit der Situation, wenn man auf einer schmalen Planke steht, es geht 1o Meter runter ins Meer. wo schon die Haifische von den medien auf Fressen warten, und hinter einem drückt was ins Kruz und meint: SPRING! – das und nichts anderes ist die Fahne. Die allerletzte Möglichkeit, vielleicht noch was zu ändern.