21.11.2007 | 10:37 von DonAlphonso

Die Industrie masht zurück

In den letzten Tagen ist mir so einiges aufgefallen, was vielleicht auf eine Trendwende im Bereich der Inhalte im aktuell existierenden Internet hinweist. Da war etwa ein Vortrag in Darmstadt, in dem vorgeschlagen wurde, man könne alle Bilder der Nutzer zu einem Reiseziel beim Photohoster Flickr nehmen, daraus 3D-Modelle erstellen und diese Anwendung dann an die Tourismus-Branche verkaufen. Da ist der Video- und Bilderhunger diverser deutschen Onlinemedien und selobsternannter Branchendienste, die für ihre Multimediaangebote zusammenstehlen, was zusammenklaubar ist. In den letzten Tagen wurden ganze Beiträge zum möglichen Amoklauf in Köln aus SchuelerVZ zusammengeschmiert. Und in meinen Referrern findet sich bereits der nächste Versuch einer Agentur, Inhalte meines Blogs zu stehlen und zusammen mit anderen zu einem Magazin zu machen. Kostenlose Bilderdatenbanken werden schon etwas länger von Medien angezapft. Von den diversen Startups, die sich auf Personensuche spezialisieren, und dabei die Grenze zwischen Suchergebnis und eindeutiger Urheber- und Persönlichkeitsrechtsverletzung überschreiten, mal ganz zu schweigen. Lustige Antworten, wenn man solche Internetkriminelle anspricht, sind: “Aber das ist doch ohnehin im Internet” oder, besonders schön, “Dafür haben wir ja einen Juristen im Team”.

Umgekehrt sind Sender inzwischen extrem schnell dabei, wenn es darum geht, ihre Rechte bei Youtube umzusetzen. Und Youtube zieht erkennbar an der Leine: Wer heute gewisse Sendungen öffentlich-rechtlicher Anstalten online stellt, wird innerhalb von Stunden inclusive Account gelöscht. In Deutschland basteln ARD und ZDF an der unsäglichen Idee, die Onlineausgaben der Tageszeitungen mit gebührenfinanzierten Videos zu beliefern – dass wir, die Zwangskunden keinerlei vergleichbaren Rechte erhalten werden, ist offensichtlich. Ich war vor kurzem bei einer Radiosendung, die wirklich interessant war, ich hätte sie gerne verlinkt – der Sender stellt sie nicht online und würde sich wehren, wenn ich auch nur meine Beiträge hier veröffentlichen würde.

Ich fürchte, wir stehen vor einem wirtschaftlich gesteuerten Vetrteilungskampf der Medien gegen alles, was nicht wie sie ist. Alles nehmen und ausnutzen, was man umsonst bekommen kann, und möglichst teuer verkaufen, gleichzeitig überall die Schotten dichtmachen, damit sich keiner bei ihnen bedient. Man darf dort kommentieren und auch gern Inhalte abliefern, amn soll sein Profil abliefern und Werbung anschauen, so kommt man auch im Internet endlich an die Gewinnschwelle, zusammen mit Bildstrecken und Quizangeboten. Und in der – trügerischen – Hoffnung, dass sich keiner dagegen wehrt. Sie haben die Idee des Mashups nicht verstanden, sie verstehen nichts von freiem Austausch und Inspiration, aber sie sehen, dass da zumindest kurzfristig was zu holen ist. So sieht leider das real existierende Web2.0 nach kommerziellem Gusto aus.

20.11.2007 | 3:23 von DonAlphonso

Ãœble Datenschutzpanne bei StudiVZ

Das hier ist aus einem Profil, wie es gerade aussieht und auch am Sonntag aussah:

Und so sahen die Gruppen des Mitglieds gestern vormittag aus, nachdem man bei StudiVZ was am Server gebastelt hatte:

Nur waren dort keine schwarzen Streifen – dort waren die Gruppen lesbar, an denen sich dieser Nutzer beteiligt, seine Mitgliedschaft jedoch verborgen hat. Diese Person hat an der Blogbar selbstverständlich das Recht auf Schutz seiner Persönlichkeit, auch wenn StudiVZ, soweit ich sehen konnte, bei anderen Usern offensichtlich durch einen Datenbankfehler ganz anders umging: Am Montag vormittag konnte man bei offenen Profilen sehen, wer in welchen Gruppen war. Da war alles dabei, von den Drogenbefürwortern über die Spermaschluckersuchenden bishin zu extremen politischen Gruppierungen. Und wie schon in früheren Fällen der Schludrigkeit hat es nach meinen Erkenntnissen keiner bei StudiVZ für nötig befunden, die Nutzer auf das Problem hinzuweisen.

Andere Probleme, wie der Umstand, dass in manchen Gruppen Threads anderer Gruppen auftauchen, sind inzwischen einigen Nutzern aufgefallen. Wenig lustig, wenn es geschlossene Gruppen betrifft, die gern unter sich diskutieren. Weitere Probleme falscher Zuordnung gab es zuhauf – aber keine mir bekannte Reaktion der Verantwortlichen.

StudiVZ, da weiss man, was man hat.

19.11.2007 | 1:30 von DonAlphonso

Uncoole, asoziale Netzwerke. Mit Videos.

Während Medien wie die FAZ ohne grosse Recherche die Geschichte der 13-jährigen nachplappern, die angeblich “zufällig” beim Videohoster “Myvideo” entdeckt wurde und jetzt einen Plattenvertrag hat, versucht es Konkurrent Sevenload mit mehr oder weniger verdecktem Sponsoring und Werbung auf diversen Blogs. Claims zum Relaunch wie “Da wird selbst Robert Basic staunen” sind für beide Seiten in meinen Augen nicht wirklich schmeichelhaft, aber das Grundproblem wird es nicht beseitigen. Das Grundproblem fängt bei Frontfiguren wie einem gewissen Kieler Totalvermarkter an und endet bei den vielen ähnlich zappelnden Namenlosen, die Maingold – ja, er ist zurück – in einer sehr treffenden Analyse darstellt und als Grundproblem des Hosters definiert. Das gleiche kann man übrigens auch zu den anderen deutschen Hostern Clipfish und Myvideo festhalten, die es mit ähnlichen “social Networks” der unteren Kommunikationsgüte halten. (via)

18.11.2007 | 10:27 von DonAlphonso

Eine kleine Bitte

Ich habe, auch angeregt durch diese Bemerkung, mal eine Frage, die ich für mich selbst beantworten kann: Dass es nämlich vollkommen unmöglich ist, den eigenen Eltern das Bloggen in Form und Inhalt nahe zu bringen. Nicht mal so, dass sie sich überhaupt dafür interessieren würden, sondern überhaupt, es ist das System, das sie nicht begreifen. Wie sieht das bei Euch aus: Habt Ihr Euren Eltern das Bloggen so erklären können, dass es mehr ist als ein obskurer Zeitvertreib im Netz, und sie gut finden, was ihre Kinder so treiben?

17.11.2007 | 0:57 von DonAlphonso

Neue Löschregeln bei den Kommentaren

Der deutsche SEO-Abschaum erfreut sich gerade einer Liste, in der geraten wird, zwecks Rankingverbesserung auf bekannten Blogs – wie der Blogbar – Kommentare zu hinterlassen. Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass ich davon absolut nichts halte, und dieses Pack hier auch nicht sehen will. Ich empfinde das Ausnutzen von Kommunikation als Mittel des Pushens von Webseiten als parasitäres Verhalten, und werde damit nach diesem Listenrumreichen auch entsprechend umgehen.

Wer also

– viel Werbung auf seiner Seite hat,
– eindeutig kommerzielle Ziele verfolgt
– und auch nur den Verdacht erregt, hier ein paar Zeilen zwecks Traffic und Ranking zu hinterlassen

fliegt. Und zwar für immer, ohne Begründung, ohne Chance, hier jemals wieder einen Kommentar zu stehen haben. Im Zweifelsfall kann man gerne bei mir vorher nachfragen. Um das mal auszudifferenzieren: Robert Basic blogt zwar mit kommerzieller Zielsetzung, aber wenn er hier mitredet, dann geht es ihm erkennbar um die Sache, also ist das vollkommen in Ordnung. [Edit: Nicht in Ordnung ist dagegen das Ablassen eines mässig intelligenten Satzes zum Platzieren seiner Möchtegern-Jobörse, das gerade ein “Dipl.-Ing. Dominik Heinisch” von einer “CEO Jobbörse dooti.com” probiert hat – das ist schlichtweg Kommentarspam, und schreit nach Veröffentlichung in der Hoffnung, dass sich möglichst wenige auf solche Personalities und ihre Methoden einlassen.]

Wer seinen Rausschmiss nicht akzeptiert und meint, danach weiter kommentieren zu müssen, bekommt die Auswirkungen von zwei PR5-Blogs zu spüren und kann sich lustige Googleergebnisse zu seiner Person einfangen. Um auch hier Klartext zu reden: Der diverse Blogs betreibende Alexander Trust, der es unter diversen Nicknames und URLs immer wieder versucht, oder der Trackbackspammer Dieter Petereit haben hier von ihrer Spammerei nichts, weniger als nichts.

Ich komme in der Blogosphäre viel rum, und wenn ich dann noch einen erwische, der sein Zeug gezielt in diversen Blogs promotet, erfährt, dass ich inzwischen im Rechnung schreiben und durchsetzen recht gut bin.

Ich hoffe, das war jetzt deutlich. Andere, gern auch mit juristischen Mitteln versehene Ideen zum Umgang mit solchen Gestalten fallen mir sicher schnell ein, wenn ich diesen Dreck aus den Kommentaren putzen muss, also macht das bitte bei Euresgleichen.

16.11.2007 | 10:10 von DonAlphonso

Kontaktverlust

Normalerweise trifft man bei Kongressen auf zwei getrennt auftretende Gruppen von Leuten. Das eine sind diejenigen, für die Dinge wie Blogs, Twitter, RSS, Google Maps und asoziale Netzwerke zum Alltag gehören. Da geht es dann bestenfalls um die Frage, wie man all diese Dinge zur Bereicherung von Kultur und Leben nutzen kann, und schlechtestenfalls um abgehobenes Tekkie-, Werber und Marketinggeschwurbel, das unbedingt eine Geschäftsidee reinpacken will. Trotzdem kann man innerhalb des Systems prima reden.Vor allem deshalb, weil Publikum und Vortragende in etwa das gleiche Basiswissen haben. In solchen Kreisen erscheine ich dann meist der Web2.0-Bremser, natürlich auch der PR- und Werbehasser, konservativ, vielleicht sogar reaktionär, und überhaupt wie einer, der “das Internet nicht verstanden” hat, um mal das Nazivergleichtotschlagargument unserer Welt zu zitieren.

Und dann sind da die Kongresse mit älteren Journalisten, Verbänden und Gruppierungen, die erst mal wissen wollen, was das eigentlich ist, was genau man da tut und wie das geht. Diese Kreise sind in aller Regel strukturkonservativ, und ich wage zu behaupten, dass gerade Journalisten extreme Probleme haben, ihren eigenen Beruf und dessen Entwicklung zu hinterfragen. In diesem Umfeld bin ich der Internetspinner, die Avantgarde, der Grenzüberschreiter, der Rufer in der Wüste, denn so sehr man sich auch bemüht, das eigene Treiben und die Kultur des Internets zu erklären: Es kommt draussen nicht an. Ich mache das hier schon etwas länger, und ich hätte 2003 nicht gedacht, dass man 2007 noch immer gefragt wird, ob das, was man da tut, nicht Exhibitionismus ist.

Gestern Abend war ich auf Einladung von HR Info in der IHK Darmstadt, und dort waren beide Gruppen anwesend. So gemischt wie noch nie zuvor. Was ich an Eindrücken mitgenommen habe:

Es gibt ein massives Vermittlungsproblem zwischen diesen Gruppen, das ich ganz gut kenne. Aus dem Jahr 1999, als in der New Economy Geschäftsideen entwickelt wurden, die damals nicht tragfähig waren und es heute, 8 Jahre danach, immer noch nicht sind. Ein Grossteil derer, die sich mit avantgardistischen Kommunikationsformen imm Netz beschäftigen, hat sich damals in Phantasien über die Nutzer verrannt, und ist an deren Ausbleiben zu Grunde gegangen. Gestern war für mich fast schon ein Jungbrunnen, denn im Dezember 1997 hörte ich zum ersten Mal in einer Powerpoint von der Idee, dass Leute, die im Zug sind, dafür zahlen würden, wenn man ihnen das Tor ihres Fussblallvereins auf das Handy schicken würde. Dieser Trash verfolgt mich seit 10 Jahren, seit 10 Jahren will man Datendiensten auf dem Handy mit dem immer gleichen Tor des eigenen Vereins schmackhaft machen, und es fällt ihnen einfach nichts besseres ein, und gestern war es mal wieder so weit. Die Idee ist heute noch so bescheuert wie vor zehn Jahren, wie auch alle Ideen, die davon ausgehen, dass man einen technischen Standard setzen kann, und dann werden schon alle mitmachen. In der New Economy hat das Essensnetzwerk Snacker mit so einer Idee Schiffbruch erlitten, jetzt will man das mit Google Maps und Mashups nochmal erfinden und hofft dann auf die Monopolstellung des Siegers, dem dann alle zuarbeiten müssen.

Genausowenig, wie die Vorreiter heute daran denken, derartige Ideen mit nachvollziehbaren Argumenten zu unterfüttern, denken die anderen daran, das umzusetzen. Lokalisierung über Google Maps ist eine nette Idee, die manchen taugt, aber die eher Konservativen sind unendlich weit davon entfernt, selbst auf solchen Kongressen. Und draussen sind die Abermillionen, für die das alles noch nicht mal interessant ist, die das nicht brauchen, weil ihnen der Eseldownload, die Mail und der Chat mehr als reicht. Internetnutzung mit der Bereitschaft für die Wunderwelt des Web2.0 gleichzusetzen, halte ich für eine brandgefährliche Verkennung der Bereitschaft bei denen, die all die lustigen Applikationen umsetzen sollen. Und wenn die Avantgarde nicht mehr vortragen kann, als Phrasen und Behauptungen, wird es immer die Verstockten geben, die es leicht haben, alles Neue im Netz pauschal mit ein paar Worten wegzuwischen. Und damit ihrem Klientel zu sagen, dass alles gut ist, und man sich keine grossen Gedanken machen muss, während das Internet in diesen 10 Jahren alle einseitigen Kommunikationskanäle, die wir bisher kannten, in den Staub vor die Nutzer geschickt hat. Nutzer, die die alten Kontrolleure der Medien mit Bildgalerien, windigen Gewinnspielen und Communities gern bei der Stange halten würden, und die Firmen als willige Clickdeppen, Contentlieferanten und Empfänger von Werbebotschaften begreifen, und dazwischen ist nichts.

Ausser – das wirklich “soziale” Netz, in der sich Blogs bewegen, und das nun schon seit Jahren beständig wächst. So sehr mich die obigen Haltungen als Ãœberlebenden der Munich Area und ihrer New Economy ärgern, weil mal wieder nichts aus der Geschichte gelernt wurde, so bin ich doch zuversichtlich, dass es sich im Riss zwischen Web2.0Hype und dem Hass auf alles Neue noch lange wird prima leben lassen. Es gibt zwar ein paar kleinere Versuche, hier einzudringen und mitzuspielen, sei es durch die massenhaft gescheiterten Blogs der Medien, oder widerlicher PR-Anbieter wie Trigami, aber für das grosse Ganze bekannt als Blogosphäre, für das, was von selbst, ohne Beteiligung von Businessideen und Marktanalysen entstanden ist, ist der Einfluss vergleichsweise gering. Und dank der Kommunikationsunfähigkeit beider Seiten, ihre Zielsetzungen abzustimmen und strategisch vorzugehen, wird das wohl auch noch länger so bleiben. Hoffe ich.

14.11.2007 | 19:19 von DonAlphonso

PR-Bloggen für 6000 Euro. Plus Dienstwagen.

Eigentlich würde ich ja hier gern die grosse, bekannte Firma outen, die einen Vertrag zur Umsetzung eines grossen Projekts im Gesundheitsbereich bekommen hat, und in den letzten Jahren schon durch einige spektakuläre Pleiten und Fehlentwicklungen bei derartigen Aufträgen von sich reden gemacht hat. Nein, ich meine nicht die Codegötter von Artundweise, die die knirschende Website “derWesten” mitangerichtet haben, oder das unsägliche DubistDeutschlandgeschmeiss. Grösser, noch doller, nicht so piefige 300-Euro-Anbieter, sondern Leute, die jetzt wirklich das berühmte Geld in die noch berühmtere Hand nehmen und einen Blogger suchen. Einen Blogger, der mit dem Anschein von halbredaktioneller Freiheit die Einführung des Projekts begleiten soll. Für minimal 6000 Euro im Monat, Spesen, bevorzugte Behandlung und Dienstwagen für “Recherche”arbeiten, für zwei Beiträge pro Tag. Ein Traum?

Vielleicht für viele der Koofmichs der deutschen Kommerzosphäre, und so gern ich den Anbietern dieses Kontrakts viele entnervende Stunden beim Abwimmeln von arbeitslosen Web2.0Wichtigen, Trigamiautoren und der Kieler Schleichwerberszene wünsche, denke ich, es ist besser, damit zu warten, bis sie einen dafür gefunden haben und den dann zu outen. Ja, ich denke, so geht das, nachdem das Projekt nicht wirklich ein Beispiel für besondere Sozialverträglichkeit ist. Was man schon daran sieht, dass man offensichtlich bereit ist, für einen PR-Blog-Gag zigtausende durchzubrennen – Greenpeace hätte das Geld nicht.

Gesucht wird allerdings auch nicht ein normaler Blogger, sondern ein Profi, der in dem fraglichen Bereich gute Kontakte und Erfahrung hat, und sich nicht zu schade ist, seinen journalistischen Ruf zu riskieren. Man wünscht sich dezidiert einen Charakter mit durchgängiger Schreibe, und keine der üblichen PR-Agenturen wie Edelman, deren Kompetenz jenseits von Schmierung und Erfinden man im aktuellen, drögen Schnarchblog der Daimler-Mitarbeiter bewundern kann. Die sind gar nicht so blöd, bei dieser Firma.

Aber weil es jetzt hier steht und ich die Details und die Namen kenne, auch nicht klug genug.

13.11.2007 | 11:51 von DonAlphonso

Die unrühmlichen 10 1/2: Noch Web2.0 und schon bald Sand drauf

Anlässlich dieser Peinlichkeit des WLAN-Anbieters FON möchte ich kurz mal darlegen, welchen 10 Web2.0-Firmen und Projekte ich nur eine begrenzte Lebenszeit einräume:

1. Der WLAN-Vermittler FON – weil die, die wirklich überall WLAN brauchen, zu UMTS greifen – und die, die nur ab und zu Internet brauchen, zumindest in grösseren Städten genug andere Hotspots finden. Und im Kaff ist Internet eh nicht so verbreitet, dass man es mobil bräuchte.

2. Das VoiceIP-Startup Jajah: Nachdem die Jungs Ende 2007 10 Millionen Nutzer haben wollten, ist es verdächtig still um sie geworden. Nicht wirklich eine gute Idee in Zeiten der Handyflatrates.

3. Die Virtual-Reality-Plattform Cycosmos: Bevor die peinliche New-Economy-Leiche Cycosmos gerelauncht gegen Second Life anstinken kann, ist der Besitzer I-D Media selbst auf der falschen Seite der Veilchen.

4. Second Life: Wie war da nochmal das Business Model?

5. Der Stadtsuchdienst Qype: Auch nach zwei Jahren sind die Ergebnisse, von ein paar wenigen Vierteln in den schlechteren Gegenden des Landes unbrauchbar – und dort wissen sie ohnehin, wo sie die elterliche Apanage verprassen. Braucht also keiner.

6. Die Tauschbörse Hitflip: Erzählt viel von den Neuanmeldungen, aber nichts über Karteileichen. Wachstum ist halt immer eine Frage der Betrachtung.

7. Der deutsche Twitter-Clon Frazr: Ist jetzt schon etwas länger still um die geworden, kein Wunder, nachdem das offensichtlich ausserhalb einer kleinen Gruppe von Leuten keiner braucht.

8. Einestages von Spiegel Online: Offensichtlich wollen dort weniger mitmachen, als gedacht. Kein Wunder bei der elenden Klickerei, die der SPON einem da abverlangt.

9.-9 1/2: Die Frage-Communities Yahoo Clever und Holtzbrincks Gute-Frage: Beide leiden am gleichen Aufmerksamkeits- und Clickdeppensyndrom. Ein paar tausend bedingt Rechtschreibkundige, die sich gegenseitig Bewertungsbällchen zuwerfen, sind nicht zwingend ein Geschäftsmodell – ganz zu schweigen von den aberzigtausenden Karteileichen.

10 1/2: Die Personensuchmaschine (andere würden sagen: Stalkerhelfer) Yasni: Hätte mal besser vorher mit einem Anwalt reden sollen, statt demnächst enorme rechtliche Probleme zu bekommen. Die bereits im Anmarsch sind. Und das wird nicht billig.